Was tun, wenn Amazon das Verkäuferkonto sperrt? – Der 3-Schritte Amazon-Maßnahmenplan

Was tun, wenn Amazon das Verkäuferkonto sperrt? – Der 3-Schritte Amazon-Maßnahmenplan


Das Geschäft läuft gut. Die Kunden kaufen viele Produkte, die Umsätze steigen, schnell stellt sich für den Verkäufer bei Amazon der Erfolg ein. Am nächsten Tag herrscht das komplette Gegenteil. Kein Produktlisting ist mehr online, kein Verkauf, der Verkäufer kann keine Produkte mehr einstellen. Die Ursache: Amazon Verkäuferkonto suspendiert. Der Marktplatzriese hat kurzerhand das Verkäuferkonto lahm gelegt. Es geht nichts mehr. Was ein Seller in dieser Situation tun sollte, verraten wir in diesem 3-Schritte Maßnahmenplan.

Time is money – Handeln Sie so schnell wie möglich!

Statt sich über die Situation zu ärgern, sollten Sie Ihre ganze Energie darein legen den Status des Vortages schnellstmöglich wiederherzustellen. Die Suspendierung muss weg, Ihre Produkte wieder online. Die erste Herausforderung, die es für Sie zu lösen gilt, ist mit Amazon Kontakt aufzunehmen. Leider geht das nicht mehr ganz so einfach wie zuvor. Die Kontosperrung verbietet Ihnen den Kontakt über Kommunikationsmöglichkeiten direkt aus Ihrem Account heraus. Wie die breite Masse sind Sie nun auch auf die offiziellen Kontaktformulare von Amazon angewiesen.

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Sperrt Amazon Ihr Verkäuferkonto heißt es handeln, undzwar schnell!

Sobald Sie ein Kontaktformular für die Schilderung Ihres Anlegens gefunden haben, können Sie mit dem 3-Schritte Maßnahmenplan starten. Los geht´s mit dem Grund für die Suspendierung.

Step 1: Die Ursache für die Kontosperrung finden

„Was habe ich falsch gemacht?“ Wenn das die erste Frage ist, die Ihnen bei der Beseitigung Ihres Problems in den Sinn kommt, antworten Sie vermutlich spontan mit „Nichts!“. Das lässt Sie selbstbewusst erscheinen, ob es subjektiv betrachtet in der beschriebenen Situation die beste Antwort ist, sei zumindest in Frage gestellt. Vielmehr sollten Sie ernsthaft hinterfragen, welchen Grund Amazon zu diesem Schritt bewegt haben könnte. In der Regel gibt es drei wahrscheinliche Gründe für Ihre Degradierung:

Nr. 1 – Missstände in Ihrer Verkäuferperformance

Nr. 2 – Missachtung der Verkaufsrichtlinien

Nr. 3 – Mangelnde Verkäuferinformationen

Wo auch immer der Grund liegt, bleiben Sie beim Austausch mit Amazon sachlich und konstruktiv. Bestenfalls finden Sie auf diese Weise schnell stichhaltige Ansatzpunkte für Step 2.

Step 2: Einen überzeugenden Maßnahmenplan erstellen

Zeigen Sie Amazon, dass Sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und mit welchem Plan Sie garantieren, dass diese nicht erneut eintreten. Wie Sie diesen Plan gestalten, ist Ihnen überlassen. Eine Formvorschrift gibt es nicht. Die Schwere des Fehlers kann als Anhaltspunkt für das Ausmaß des Maßnahmenplanes dienen. Bitte beachten Sie jedoch, wie zuvor erwähnt, dass Sie bei allem Ärger der Sachlichkeit einen hohen Wert beimessen und niemanden angreifen. Ergänzende Schlüssel zum Erfolg sind hier Objektivität und Selbstreflexion. Sie wollen an sich und Ihrer eigenen Performance auf Amazon etwas ändern, nicht an anderen. In Step 3 wird es dann konkret!

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Überzeugen Sie Amazon mit guten Argumenten, Ihre Suspendierung wieder aufzuheben.

Step 3: Die richtige Lösungsmethode wählen

Einfache Versprechen á la „Wir garantieren Ihnen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen wird.“ können Sie sich sparen. Amazon will Fakten! Wie ändern Sie Ihre internen Geschäftsprozesse, um das bisherige Problem vergessen zu machen? Für die Beantwortung dieser Frage stehen Ihnen zwei Reports aus dem Qualitätsmanagement, abhängig vom Ausmaß des festgestellten Verstoßes, zur Auswahl. Beide dienen der präzisen Aufzeichnung und Nachverfolgung von Fehlern. Oberste Zielsetzung ist die Vermeidung von Wiederholungsfehlern.

1.) 4D-Report für kleine Verstöße

D1: Problembeschreibung

Beschreiben Sie, wo genau der Fehler für die Suspendierung lag und wie sich dieser genau definiert hat.

D2: Analyse der Ursachen und Sofortmaßnahmen

Analysieren und definieren Sie detailliert die Gründe und legen Sie dar, welche Sofortmaßnahmen Sie diesbezüglich in die Wege geleitet haben.

D3: Abstellmaßnahmen definiert und umgesetzt

Erläutern Sie, welche Prozesse Sie organisatorisch oder strukturell wie geändert haben, um Wiederholungsfehler auszuschließen.

D4: Wirksamkeit nachgewiesen

Hier belegen Sie, wie sich Ihre Abstellmaßnahmen aus D3 in der Praxis bewährt haben. Zahlen, Daten und Fakten sind hier sehr empfehlenswert, um Amazon gnädig zu stimmen und wieder den uneingeschränkten Seller-Status zu erlangen.

2.) 8D-Report für grobe und grob fahrlässige Verstöße

D1: Zusammenstellen eines Teams für die Problemlösung

Qualifizierte Mitarbeiter mit entsprechenden Fachkenntnissen zur Behebung des jeweiligen Problems sind hier gefragt. Das Team ist für sämtliche Schritte des Reports verantwortlich.

D2. Problembeschreibung

Definieren Sie das Problem, arbeiten Sie dessen Kern heraus und ermitteln Sie sein Ausmaß.

D3: Sofortmaßnahmen festlegen

Beschreiben Sie, wie Sie den entstandenen Schaden begrenzt haben. Schildern Sie, auf welche Weise Sie die Ausweitung des Problems verhindert haben.

D4: Fehlerursache(n) feststellen

Weisen Sie den Ursprung des Fehlers nach und belegen Sie Ihre Untersuchungen stichhaltig. Ergänzend sollten Sie Ihre Unternehmensstruktur hinterfragen. Es kann Gründe geben, warum das Problem aufgetreten, nicht entdeckt oder nicht verhindert wurde.

D5: Planen von Abstellmaßnahmen

Womit Sie dem Fehler in der Praxis begegnen wollen, bestimmen Sie hier.

D6: Einführen der Abstellmaßnahmen

Starten Sie mit den ausgearbeiteten prozessverbessernden Maßnahmen. Bewähren sich diese, wie erhofft, lösen sie die Sofortmaßnahmen ab.

D7: Fehlerwiederholung verhindern

Es gilt die Abstellmaßnahmen aus D6 stetig zu prüfen, um sicherzustellen, dass sie langfristig funktionieren. Wenn Sie das geschafft haben, sind Sie dem Ziel ganz nah. Vorab ist es noch Zeit für ein Dankeschön.

D8: Würdigen der Teamleistung

Der Maßnahmenplan des gesamten Teams hat funktioniert – herrlich! Es ist Zeit den beteiligten Personen zu danken und deren Einsatz entsprechend zu würdigen.

Fazit

Eine Sperrung des Amazons Verkäuferkontos tut jedem Seller weh. Der Ärger ist vorprogrammiert. Dennoch ist es wichtig neben aller Hektik sachlich und konstruktiv an die Sache ranzugehen und die Fehler nicht bei anderen zu suchen. Ohne Onlinehändler kann Amazon nicht existieren. Gehen Sie die Angelegenheit motiviert an und bemühen Sie sich um Selbstreflexion. Die Strafe ist auch eine Chance, es in Zukunft besser zu machen. Bündeln Sie Ihre Kräfte, um gemeinsam diese unerwartete Herausforderung mit einem geeigneten Maßnahmenplan schnell zu meistern. Zukünftig können Sie dann wieder durch positive Geschäftszahlen auf Amazon auf sich aufmerksam machen.